Prager

Ich erinnere mich: Die Wohnung eines Freundes oben im alten Bürgerhaus am Fischmarkt, die Regale im Flur voll mit Büchern und auf erheblicher Strecke die Jahrgänge der Fackel von Karl Kraus. Natürlich von Zweitausendeins verlegt, wie so viele dieser besonderen, vergessenen und geborgenen Schätze. Einiges davon ist auch in den eigenen Regalen gelandet, vieles später mühsam und unter Tränen entsorgt. Zu Karl Kraus also: Geborenen 1874 in Jičín (Böhmen), gestorben 1936 in Wien, gilt bis heute mit seinem polemisch-satirischen Werk als einer der bedeutendsten Sprach- und Kulturkritiker des 20. Jahrhunderts. ›Die letzten Tage der Menschheit‹, ›Die Fackel‹, die ›Dritte Walpurgisnacht‹, Aphorismen, Essays, Gedichte und unzählige Glossen. Katharina Prager hat sich dem Leben dieses Mannes in einer Art Biographie in Bildern und Szenen genähert: »›Ein Spiel, gesinnungslos wie die Liebe.‹ Das Leben des Satirikers Karl Kraus«

»Am 15. Jänner 1991 um 12:30 verstarb die Schriftstellerin, Übersetzerin, Verlagslektorin, Leihbibliothekarin und Widerstandskämpferin im Zweiten Weltkrieg Doris Brehm, geborene Diez, im Alter von 82 Jahren im Wiener Wilhelminenspital.« So beginnt die Suche nach den Lebens- und Schaffensspuren Doris Brehms, deren Ergebnisse von der Herausgeberin Bettina Balàka und der Historikerin Bettina Prager zusammengestellt wurden und im Anhang dieser Ausgabe zu finden sind. Doris Brehms Roman ›Eine Frau zwischen gestern und morgen‹ ist der Auftakt einer neuen Reihe des österreichischen Verlags Haymon (Haymon Her Story: Wiederentdeckte Literatur von Frauen), die von Bettina Balàka herausgegeben wird und sich vergessenen deutschsprachigen Autorinnen widmet.