Adele Neuhauser: Ich war mein größter Feind

Brandstätter Verlag 2017, 216 S., ISBN: 978-3-7106-0090-6, auch als eBook erhältlich.

1998, mit ihrer Rolle als Mephistopheles in Goethes Faust machte Adele Neuhauser sich für das Theater liebende Regensburg unsterblich. Mein liebstes Stück war zwei Jahre später „Meisterklasse”, ein Stück über die ihre Schüler terrorisierende und in eigenen Erinnerungen gefangene Maria Callas. Ich höre noch heute mein verängstigtes Herz in der fünfzehnten Reihe klopfen. Großartig. Nach ihrem Engagement in Regensburg hob Adelele Neuhausers Karriere ab und heute ist sie aus der deutschsprachigen Fernsehlandschaft nicht mehr wegzudenken. Spätestens nach den ersten Folgen des Austria-Tatorts ist klar: Adele Neuhauser hat es geschafft. Daß so eine Karriere nicht immer nur glatt und reibungslos verläuft, liegt auf der Hand. In ihrem autobiographischen Buch „Ich war mein größter Feind” nimmt Adele Neuhauser Leser und Leserinnen mit in ihre Familiengeschichte und erzählt von ihren wichtigsten Lebensabschnitten. Und weil es eben Adele ist, die das tut, habe ich tatsächlich das erste Mal in meinem Leben die Autobiographie einer lebenden Person des öffentlichen Lebens gelesen.  „Adele Neuhauser: Ich war mein größter Feind“ weiterlesen

Meine persönliche Parallelaktion

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Robert Musil Gesamtausgabe, Jung und Jung 2016-2022, 12 Bände, herausgegeben von Walter Fanta. Apparat und Kommentare auf www.musilonline.at. Weitere interessante Links am Ende dieses Textes.

Musil also, Der Mann ohne Eigenschaften, MoE. Zum wievielten Mal eigentlich? Immer wieder Auszüge, Strecken, Abbrüche, fast vollständig das geniale „Der Mann ohne Eigenschaften.Remix” von 2004 gehört. Dieser immer aktuelle und unzeitgemäße Roman, 1930 wird das erste Buch, dessen Handlung unmittelbar vor Ausbruch des 1. Weltkrieges spielt, herausgegeben, begleitet mich mein Leben lang. Robert Musil, der Zweifler und Unentschlossene, wurde aus wirtschaftlichen und gesundheitlichen Gründen daran gehindert, diesen Roman zu Ende zu schreiben. Man könnte auch sagen: Musil scheiterte an diesem Roman. Es gibt ein erstes Buch mit zwei Teilen. Und zwei Jahre später, 1932, wurde der erste Teil des zweiten Buches veröffentlicht. Der Rest sind mehr oder weniger fertig ausgearbeitete Fortsetzungen aus dem Nachlass.  „Meine persönliche Parallelaktion“ weiterlesen

Nicolas Mahler: Alte Meister (nach einem Roman von Thomas Bernhard)

ALTE MEISTER
Suhrkamp Verlag, 158 Seiten, ISBN 978-3-518-46293-5

Waren Asterix und Obelix und später Hergés Tim und Struppi die Comic-Helden meiner Kindheit und Jugend (und grad Hergés Zeichnungen liebe und bewundere ich heute noch mehr), so wurde ich von Jaques Tardi in die Welt der Graphic Novel eingeführt. Sein Nester Burma ist der fleischgewordene Held aus den Geheimnissen von Paris von Leo Malet (und nicht der Burma dieser unsäglichen Fernsehreihe, die mit der Atmosphäre der Malet Krimis nichts gemein hat). Seit ich Tardi kenne interessieren mich Graphic Novels. „Nicolas Mahler: Alte Meister (nach einem Roman von Thomas Bernhard)“ weiterlesen