Big Daddy Wilson: I’m Your Man

Bildschirmfoto 2013-03-29 um 19.49.26Die letzten Tage konnte ich des Öfteren über die Charaktereigenschaft „Scheu-sein“ lesen und hören. Da ist zum einen der neue erste Katholik, dem  man diese Eigenschaft nachsagt, zum anderen wird der heranwachsende Big Daddy Wilson als extrem scheuer Junge vom Lande, der in Edenton, North Carolina, bei Mutter und Großmutter aufwächst, beschrieben. Wochentags besuchte er die Schule, Sonntags ging’s in die Kirche. Schließlich verließ Young Wilson mit 16 Jahren das behütete Zuhause und schloß sich wie viele junge Amerikaner der Armee an. Wenige Jahre später verliebte er sich in eine deutsche Frau und blieb. Das Schicksal nahm seinen Lauf: Ausgerechnet in Deutschland besuchte er sein erstes Blueskonzert und wurde illuminiert. Das Gedichteschreiben trat in den Hintergrund, fortan gab es ein Ziel: Blues! Er mußte auf die Bühne, und spätestens hier verlor sich die Scheu. Bei RUF Records folgte vor nicht ganz zehn Jahren die erste CD, inzwischen sind es acht, der Mann hat Nachholbedarf. Mehr lesen

Bob Brozman: Fire In The Mind

Nein, ein introvertierter Sänger und Gitarrist ist Bob Brozman nicht: Rasante Läufe, kraftvolle Strums, überraschende Stops, Percussions auf dem Gitarrenkorpus, zwischendurch die Gitarre einmal durch die Luft, dreimal gedreht, selbstverständlich ohne den Spielfluß zu unterbrechen… wer irgendwann einmal einen Auftritt von Bob Brozman erlebt hat, weiß wovon gesprochen wird. Seine Fans mögen das, schließlich bekommen sie die schönsten National Steel oder Bear Creek Gitarren von einem Künstler präsentiert, der alles, was irgend möglich ist, aus diesen Instrumenten herausholt. Aber es gibt auch Zuhörer, die nach einem solchen Auftritt mit gemischten Gefühlen den Heimweg antreten: Eine ohne jeden Zweifel perfekte Show haben sie gesehen, aber es hat etwas gefehlt. Etwas, das nicht nur den Mund anderthalb Stunden offen stehen läßt, sondern auch Herz und Seele berührt. Und nun kommt die neunzehnte CD daher, FIRE IN THE MIND, und der Meister selbst kündigt an, daß diese CD musikalisch weiter und tiefer als seine bisherigen Veröffentlichungen ginge. Selten war ich bei einer neuen CD so gespannt, was ich zu hören bekomme. Mehr lesen

Harry Taussig: Fate Is Only Twice

Harry Taussig
1965 – 2006 – 2012, das sind die Stichdaten für diesen erstaunlichen Vertreter des American-Primitive-Style. Harry Taussig, ein legendäres Debüt 1965, im Stil von John Fahey und den klassischen Ragtime und Bluesvertretern, die langersehnte Wiederveröffentlichung als CD 2006 und eine kaum noch erwartete und wunderbare zweite CD mit zehn neuen Stücken 2012. Aber der Reihe nach:
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Monica Dupont – The Big German

Clubposter aus den 1970ern

Clubposter aus den 1970ern

Im Hamburger Stadtteil Barmbeck wurde 1903 das erste moderne Warenhaus von den Gebrüdern Heilbuth eröffnet. 45 Jahre später kam Monica Heilbuth in Göteborg zur Welt. Ihre Mutter war vor den Nazis nach Schweden geflohen. 1950 besuchten sie gemeinsam Hamburg. Monica erinnert sich: „No matter how old I get, I will never forget the devastation all around me as a child, it was 1950 when we returned there.“ 1955 überquerte sie den großen Teich: Monica Heilbuth, verheiratete Dupont.

Monica Dupont ist Gitarristin, Bluessängerin und Songwriterin. Ihre erste Aufnahme machte sie 1961, unzählige Auftritte mit den namenhaftesten Musikern folgten, bis sie 1983 krankheitsbedingt ihre Musikerinnenkarriere an den Nagel hängen mußte. Das Comeback dann 2008 mit dem All-Star-Album „Life Goes On“ (Modernblues Production, mit Ron Thompson, Wolfie Witcher, Mitch Woods, Microwave Dave Mark, Hummel, Bobbie Webb, Blaine Hoopes, Kenneth Nash, Jimi James, Bobby Young, Buzzy Linhart und anderen). Diese CD war meine erste Begegnung mit Monica. Mein Lieblings J.B. Hutto Stück „Too Much Alcohol“ ist und war der Opener, sowohl bei ihren Gigs als auch auf ihrer Comeback-CD, und ihre Interpretation haute mich direkt um, denn sie zeugt auf ganz besonderer Art und Weise von ihrer intensiven Freundschaft mit diesem großartigen Bluesmusiker. Sie bleibt aus Liebe und Respekt nah am Original („This one is for you J.B.“) und schafft doch etwas ganz und gar Eigenes. Es ist nicht ihre für eine Frau ungewöhnliche Stimmlage -sie singt Bariton, Sopran ist für sie zu hoch (ihrer Mutter, die die kleine Monica wegen ihrer Stimme zum Arzt schleifte, mußte sie versprechen, niemals öffentlich zu singen!)-, sondern es ist ihre Art diesen Songs Leben einzuhauchen, was mich schon nach wenigen Takten so fasziniert und begeistert hat. Das ist echt, kein als-ob … Monica Dupont hat den Blues, hat eine Stimme und unglaublich viel Talent. Jeder ihrer Songs ist erste Qualität und ohne jede Künstlichkeit, die Zusammenstellung der Songs äußerst abwechslungsreich und spannend . Mehr geht nicht! Sie hat zu recht eine große Fangemeinde, ob auf Myspace oder Reverbnation. Monica Dupont hat den Blues und sie kämpft ….

Monica, ich bin so froh Dich zu kennen, persönlich und als Musikerin. Du bist mir eine wahre Inspiration. „Hummel, Hummel!“

Sowohl „Life Goes On“ als auch die wunderbare Wiederauflage ihrer älteren Aufnahmen „Early Eighties (Redux)“ sind ohne Schwierigkeiten unter anderem als MP3 Download zu erwerben.

Hier einige Links zum Reinschnuppern:
http://www.reverbnation.com/monicadupont
http://www.myspace.com/monicadupont
http://www.youtube.com/monicadupont
http://www.modernbluesrecords.com

(Dies ist eine Kopie meines Artikels für rockblogbluesspot.com)