Unfähig zu trauern

Die offiziellen Stellungnahmen des DFB, aber auch die unsägliche Fernsehberichterstattung rund um die Ereignisse in Paris und Hannover haben mich so genervt, daß ich hier ausnahmsweise einen sehr guten Kommentar zum Thema in „11 Freunde“ verlinken werde. http://m.11freunde.de/artikel/wie-ungelenk-der-deutsche-fussball-reagiert

Die Ermittlungen im Falle des Oktoberfestattentats von 1980 – Die Hoffnung stirbt zuletzt

Oktoberfest-Denkmal (Wikipedia)
Das eben begonnene Jahr könnte ein aufregendes für die noch lebenden und die Angehörigen und Freunde aller Opfer des Münchner Oktoberfestattentats von 1980 werden. Und ein aufregendes Jahr für Rechtsanwalt Werner Dietrich, der die Opfer des Anschlags seit Beginn an vertritt, sowie für Ulrich Chaussy, Journalist, Buchautor und ebenfalls seit den frühen 1980ern ein vehementer Kritiker der staatlichen Ermittlungen in diesem Fall. Im November letzten Jahres meldete die Süddeutsche Zeitung, daß die Bundesanwaltschaft erwäge, die Ermittlungen zum Oktoberfestattentat wieder aufzunehmen, da auf Antrag des Opferanwalts Werner Dietrich eine neue, offensichtlich sehr glaubwürdige und wichtige Zeugin angeführt wurde. Diese Zeugin kenne den Namen eines zweiten Täters. Dieses Jahr nun die Meldung, daß der Generalbundesanwalt Harald Range von den deutschen Geheimdiensten die Herausgabe aller Akten, die in Bezug zum Attentat stünden, gefordert hätte. Auch wenn viele Chancen der Aufklärung des folgenreichsten Terroranschlags auf deutschen Boden längst vertan wurden (man denke nur an die Vernichtungen der Asservate und die heutigen Möglichkeiten der DNA-Analyse), scheint nun alles wieder auf Anfang gestellt. Vierunddreißig Jahre danach … „Die Ermittlungen im Falle des Oktoberfestattentats von 1980 – Die Hoffnung stirbt zuletzt“ weiterlesen

Nationalstolz

Schopenhauer_Busch„Die wohlfeilste Art des Stolzes hingegen ist der Nationalstolz. Denn er verräth in dem damit Behafteten den Mangel an INDIVIDUELLEN Eigenschaften, auf die er stolz sey könnte, indem er sonst nicht zu Dem greifen würde, was er mit so vielen Millionen theilt. Wer bedeutende persönliche Vorzüge besitzt, wird vielmehr die Fehler seiner eigenen Nation, da er sie beständig vor Augen hat, am deutlichsten erkennen. Aber jeder erbärmliche Tropf, der nichts in der Welt hat, darauf er stolz seyn könnte, ergreift das letzte Mittel, auf die Nation, der er gerade angehört, stolz zu seyn.“

(Arthur Schopenhauer: Aphorismen zur Lebensweisheit)

Ursula Krechel: Landgericht

LANDGERICHT
Jung und Jung, 496 Seiten, ISBN 978-3-99027-024-0

Warum lese ich diesen Roman? Aufmerksam geworden wurde ich wieder einmal durch den Bücherdiwan auf Bayern 2, sowie den vielen Berichten in den Medien, denn Frau Krechel hat dieses Jahr für Landgericht den Deutschen Buchpreis erhalten. Und ich interessiere mich für Geschichte, vor allem Familiengeschichte. Was in den Köpfen der Menschen der jungen Bundesrepublik vor sich ging, ist für mich ein höchst interessantes Thema. „Ursula Krechel: Landgericht“ weiterlesen

Die gute Nachricht zu Weihnachten ..

„Ihr Völker der Welt … schaut auf diese Stadt!“

… und es gibt sie doch, die gute Nachricht zu Weihnachten. Am Heilig Abend raffen sich 6.500 Bielefelder nicht zum Weihnachtseinkauf auf, sondern zur Demonstration gegen diese unverschämte rechte Meute. Chapeau Bielefeld!

Michaela Melián: Memory Loops

Heute habe ich beim Walken
wieder eine neue Folge aus dem Hörspielpool gehört:

Michaela Melián: Memory Loops

Zitat:
„Tonspuren zu Orten des NS-Terrors in München – Herzog-Max-Straße Herzog-Rudolf-Straße Antonienstraße Knorrstraße – Die Stimmencollage aus den Berichten zweier Brüder markiert wichtige Punkte und Strecken auf der Karte des NS-Terrors gegen Juden in München: das Rathaus, die Lindwurmstraße, von der Herzog-Max- zur Herzog-Rudolf-Straße, von der Knorrstraße nach Berg am Laim, vom Wittelsbacher Palais zum Hauptbahnhof Richtung Theresienstadt. Seit 1945 leben die Brüder wieder in München und sind bis heute in der Erinnerungspolitik aktiv engagiert.(BR 2010)“

Was vor allem beeindruckte, war dieser nüchterne, fast emotionslose Tonfall, der alles Geschehene noch ungeheuerlicher erscheinen läßt. Unbedingt hörenswert, jede der fünf Folgen dauert eine knappe Stunde.