Gegen das Vergessen

Es ist der 9.11., das Datum der Reichsprogromnacht 1938. Mathilde und Fischel Rosenkranz, die seit 1910 Am Watmarkt in Regensburg wohnen, werden verhaftet, später nach Sosnowitz interniert und 1940 in einem der Vernichtungslager ermordet. Ich gehe heute also die Stolpersteine polieren. Als ich grad fertig bin, öffnet der Dampfnudel-Uli nebenan. Uli Deutzer und seine Angestellte stehen im Türrahmen und freuen sich über die hergerichteten Stolpersteine für die früheren Bewohner des Nachbarhauses. 

Von anderen höre ich manchmal, es sei alles doch ein wenig übertrieben mit den Juden. Alles so lange her doch. Ich antworte ihnen: Wie könnte man diesen Horror in Deutschland vergessen? Wenigstens erinnern, wenigstens das.

2 Kommentare on "Gegen das Vergessen"


  1. Eben. Es gäbe soviele solcher furchtbarer Geschichten, die man heute an diesem Tag – und nicht nur heute – erzählen müsste. Wie kann man da sagen, das sei zuviel? Gerade nicht in diesen Tagen, wo der Antisemitismus wieder zunehmend sein hässliches Gesicht zeigt.

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    1. Vielen Dank für Deinen Kommentar Birgit. Natürlich stimme ich Dir zu.
      Ich lese heute in der Zeit, dass es für SchülerInnnen jüdischen Glaubens ein selbstverständlicher Reflex ist, die Halskette mit dem Davidstern bei Bedarf hinter Pullover oder T-Shirt verschwinden zu lassen. Heute. Hier.

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