R.I.P.

Es ist der 9.11., das Datum der Reichsprogromnacht 1938. Mathilde und Fischel Rosenkranz, die seit 1910 Am Watmarkt in Regensburg wohnen, werden verhaftet, später nach Sosnowitz interniert und 1940 in einem der Vernichtungslager ermordet. Ich gehe heute also die Stolpersteine polieren. Als ich grad fertig bin, öffnet der Dampfnudel-Uli nebenan. Uli Deutzer und seine Angestellte stehen im Türrahmen und freuen sich über die hergerichteten Stolpersteine für die früheren Bewohner des Nachbarhauses. 

Von anderen höre ich manchmal, es sei alles doch ein wenig übertrieben mit den Juden. Alles so lange her doch. Ich antworte ihnen: Wie könnte man diesen Horror in Deutschland vergessen? Wenigstens erinnern, wenigstens das.

Oktoberfest-Denkmal (Wikipedia)
Das eben begonnene Jahr könnte ein aufregendes für die noch lebenden und die Angehörigen und Freunde aller Opfer des Münchner Oktoberfestattentats von 1980 werden. Und ein aufregendes Jahr für Rechtsanwalt Werner Dietrich, der die Opfer des Anschlags seit Beginn an vertritt, sowie für Ulrich Chaussy, Journalist, Buchautor und ebenfalls seit den frühen 1980ern ein vehementer Kritiker der staatlichen Ermittlungen in diesem Fall. Im November letzten Jahres meldete die Süddeutsche Zeitung, daß die Bundesanwaltschaft erwäge, die Ermittlungen zum Oktoberfestattentat wieder aufzunehmen, da auf Antrag des Opferanwalts Werner Dietrich eine neue, offensichtlich sehr glaubwürdige und wichtige Zeugin angeführt wurde. Diese Zeugin kenne den Namen eines zweiten Täters. Dieses Jahr nun die Meldung, daß der Generalbundesanwalt Harald Range von den deutschen Geheimdiensten die Herausgabe aller Akten, die in Bezug zum Attentat stünden, gefordert hätte. Auch wenn viele Chancen der Aufklärung des folgenreichsten Terroranschlags auf deutschen Boden längst vertan wurden (man denke nur an die Vernichtungen der Asservate und die heutigen Möglichkeiten der DNA-Analyse), scheint nun alles wieder auf Anfang gestellt. Vierunddreißig Jahre danach …

Louisiana Red * 23.o3.1932 in Bessemer, Alabama † 25.02.2012 in Hannover.   Ich habe Red Ende der Siebziger das erste Mal in einer Kneipe in Braunschweig gesehen und gehört. In meinem Flur hängt seit dieser Zeit ein Plattencover mit seinem Schriftzug: „Best Wishes from Louisiana“. Ein schönes Stück Erinnerung an einen wunderbaren Bluesman.