Was wäre gewesen, wenn …

Historischer Stadtplan aus:
Reiner Stach,
Die Kafka-Biographie in drei Bänden

Ende November 1922 formulierte der schwer erkrankte Franz Kafka an Max Brod seinen letzten Willen: »Von allem, was ich geschrieben habe, gelten nur die Bücher: Urteil, Heizer, Verwandlung, Strafkolonie, Landarzt und die Erzählung: Hungerkünstler … Wenn ich sage, daß jene 5 Bücher und die Erzählung gelten, so meine ich damit nicht, daß ich den Wunsch habe, sie mögen neu gedruckt und künftigen Zeiten überliefert werden, im Gegenteil, sollten sie ganz verloren gehn, entspricht dieses meinem eigentlichen Wunsch. Nur hindere ich, da sie schon einmal da sind, niemanden daran, sie zu erhalten, wenn er dazu Lust hat.«
Wäre es also nach Kafka gegangen, wären etwa 450 Seiten geblieben. (Hätte er das wirklich so haben wollen?)

4 Kommentare on "Was wäre gewesen, wenn …"


  1. Wer weiß bei Kafka schon, was er wirklich wollte? Ich komme bei seiner Lektüre immer wieder an meine Grenzen. Der Zauderer macht mich nervös, aber andererseits kann ich mich dem Zauberer nicht entziehen.
    Auf jeden Fall ist es gut, dass er einen Freund wie Max Brod hatte.

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    1. Die Frage nach der Legitimation Max Brods ist ja keineswegs eine neue. Wenn man sich mit Kafka beschäftigt, stößt man gradezu auf diese Frage. Dass für uns LeserInnen Max Brods Entschluss ein Segen ist, steht fest. Alles andere mag immer wieder diskutiert werden.
      Meine persönlichen Grenzen bei der Kafka-Lektüre ziehen sich anderswo. Seine Erzählungen und Romane berühren zweifellos existenzielle Fragen und diese schlagen bei mir stets mitten ins seelische Kontor. So lese ich ihn immer wieder, mit vielen Jahren Abstand und meist in kleinen Dosen. Die Kafka Lektüre ist für mich auch ein Gradmesser der eigenen Befindlichkeit. Ich kann Kafka gar nicht anders lesen. Oder doch? Wie Du siehst liebe Birgit, bin mal wieder mittendrin.

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    1. Ja, vielleicht eine gute Idee Rita. Oder Du liest den ersten Band der grandiosen Kafka Biographie von Reiner Stach. Die Biographie führt Dich in das Prag der Jahrhundertwende, sehr spannend und eine perfekte Einführung in das Werk.
      Yes, maybe this will be a good idea, Rita. Alternatively you could read the first (of three) volume of the great Kafka biography by Reiner Stach. The biography takes you to Prague at the turn of the century Very exciting and a perfect introduction to Kafka’s work. It’s available in English.

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